Moritzburg
Um- und Erweiterungsbau der Moritzburg - Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt


Bauwerk
Die Moritzburg wurde in den Jahren 1484 bis 1503 erbaut. Sie diente als Residenz für den Erzbischof.

Im Jahre 1637 wurde die Burg von den Schweden belagert. Ein Feuer zerstörte die Obergeschosse der Nord- und Westflügel.
Der Turm der Südwestbastion wurde durch eine von den Schweden im Fundament angebrachte Mine zerstört.

Um 1900 wurden in der Ruine des Westflügels eine Fechtschule als Holzkonstruktion eingebaut sowie weitere Um- und Ergänzungsbauten im Süd- und Ostflügel vorgenommen.



Bauherr
Stiftung Moritzburg
Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt

Nutzer
Stiftung Moritzburg

www.moritzburg.
sachsen-anhalt.de


Architekt
Nieto Sobejano Arquitectos S.L. Madrid, Halle

www.nietosobejano.com

Auftraggeber der GSE
Stiftung Moritzburg Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt

Zeitraum
2004 bis 2007

BGF
ca. 5.000 m²

Bausumme
ca. 13 Mio €

Planungsleistungen
HOAI-Leistungsphasen 2 - 6, Tragwerksplanung


Baumaßnahme
Die Obergeschosse des West- und Nordflügels der Burg sollten als zusätzliche Museumsfläche erschlossen werden. Hierzu wird eine im starken Kontrast zur historischen Bausubstanz stehende Überdachung, optisch über der Burg schwebend, hergestellt. Eine markante Dachlandschaft mit 6 schiefwinklich geformten Oberlichtern bringt Tageslicht in die Ausstellungsräume.

Zusätzliche Ausstellungsflächen werden über im Raum schwebende Ausstellungsräume geschaffen.

Im Nordflügel wird eine komplett neue Ebene für die Garderobe und Gastronomie errichtet.
Die Untergeschosse des Nordflügels werden für Sanitäreinrichtungen und die neu erforderlichen Technikzentralen umgebaut.

Als zweiter Rettungsweg und für die Belieferung des Museums im Bereich der zerstörten Südwestbastion dient ein neuer Erschließungsturm mit Lastenaufzug und Brücken zur Burg.

Im Burghof wird ein Windfang erstellt, der die Besucher in Richtung des Museumseingangs leiten soll.


Konstruktion
Die Dachkonstruktion wurde als räumliches Stahlfachwerk hergestellt, an das die neuen Ausstellungsräume angehängt werden. Aufgrund der Vorgaben aus der Architektur musste ein komplexes Tragwerk geschaffen werden, bei dem jeder einzelne Träger des räumlichen Systems ein Unikat ist.

Zur Auflagerung der neuen Stahlkonstruktion auf den alten Burgwänden wurde eine Stabilisierung des Mauerwerks mit Hilfe von Vernadelungen vorgenommen. Die Nadeln bestehen aus Edelstahlgewindestäben, zementgebundenen Verpresskörpern und einem Textilgewebe, das unkontrollierte Verbindungen von den

neuen Injektionsmaterialien mit den historischen Mörteln vermeidet.
Die neuen Decken wurden wegen der großen Spannweiten als Stahlverbundkonstruktion erstellt.

Zur Erschließung der sanitären Anlagen in den Untergeschossen mit einem Aufzug und den erforderlichen Durchbrüchen für die Haustechnikleitungen wurden mehrere Durchbrüche durch vor-handene weitspannende Natur-steingewölbe erforderlich. Zur Sicherung des Bauzustandes wurden Stahlkonstruktionen entworfen, die den Einbau von stützenden Stahlbetonbalken ermöglichen.