Geschichtspark Moabit
Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit


Baumaßnahme
Gegenüber vom Berliner Hauptbahnhof wurde auf dem Gelände des ehemaligen Zellengefängnisses Moabit eine öffentliche Parkanlage erstellt.

Das Gefängnis wurde 1842-1849 errichtet, in dem die Gefangenen in 520 Einzelzellen inhaftiert waren. Das Gefängnis wurde in der Zeit des Nationalsozialismus zum "Symbol für politische Unterdrückung, Folter und Mord", nachdem die Wehrmacht und die Gestapo mehrere Zellenflügel vereinnahmten. Das Gefängnis wurde 1958 abgerissen.

Die Parkanlage wird von zum Großteil von der denkmalgeschützten ca. 5 m hohen Gefängnismauer umschlossen, die im Rahmen der Baumaßnahme saniert wurde.

Der Zugang zum Park erfolgt durch ein Eingangsbauwerk aus Sichtbeton.
Im Park sind die Umrisse der ehemaligen Gefängnisgebäude durch Strukturierung des Geländes mit Stützwänden effektvoll nachgebildet.

Der räumliche Eindruck einer Zelle wurde in einer Betonskulptur nachgebildet.

Im ehemaligen zentralen Überwachungsbereich wurde ein Panoptikum erstellt.

Die Gefangenen erhielten in den sogenannten Spazierhöfen Ausgang. Jeweils 20 tortenförmige Spazierhöfe bildeten einen Kreis. Ein Tortenstück ist räumlich im Park nachgebildet.

In Bereichen, in denen die Gefängnismauer fehlt, wird der Übergang von einer Sichtschutzhecke zu der vorhandenen Gefängnismauer über einen Wechsel zwischen Sichtbetonstelen und Mauerwerksausfachungen gebildet.



Bauherr
Bezirksamt Mitte von Berlin

Architekt
Silvia Glaßer und Udo Dagenbach
Garten- und Landschaftsarchitekten

www.glada-berlin.de
info@glada-berlin.de

Auftraggeber der GSE
Bezirksamt Mitte von Berlin,
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Zeitraum
Fertigstellung 10/2006

Bausumme
ca. 3 Mio. €

Planungsleistungen
HOAI-Leistungsphasen 2 - 6, Tragwerksplanung, Gutachten zur Substanz der Gefängnismauer, Bauüberwachung zu Verankerungsarbeiten


Konstruktion
Neben dem Neubau der skulpturartigen Betonbauwerke in sehr gut gelungener Sichtbetonqualität, musste die Gefängnismauer für eine Absenkung des Straßenniveaus um ca. 1 m ertüchtigt werden. Hierzu wurden in den Strebepfeilern Verpressanker angeordnet. Die Absenkung wurde für den Neubau des Tiergartentunnels erforderlich.